Nach dem gemeinsamen Lied āWir sind durch Deutschland gefahrenā erƶffnete unser 1. Vorsitzender Lars Schlüter den beliebten Seniorennachmittag. Er übertrug den Kohleausstieg ā Schicht im Schachtā dahingehend auf unseren Verein, dass neuen Ideen immer angezeigt sind, die dann umgesetzt werden sollten. Unser Ruhrrevier hat schon etliche Ideen umgesetzt.Wir im Verein müssen uns auch immer Gedanken über Angebote machen , die wir dann auch in Angriff nehmen müsse. Er dankt allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben und wünscht mit einem herzlichen ā Glück Aufā eine frƶhliche Stimmung und gute Laune.
AnschlieĆend begrüĆte Hella neben allen Anwesenden den Ehrenvorsitzenden Hartmut Schlüter und die Ehrenmitglieder Christa Buch, Chista Buschmann, Brigitte Nƶtzel und Willy Buschmann.Sie dankte allen Helfern und SƤngern für ihren eifrigen Einsatz und bat mit dem Kanon āC A F F E Eā zum Kuchenbüfett. Den BƤckerinnen gehƶrte ebenfalls ein Dank, denn sie haben wieder groĆartige Kuchen und Torten gezaubert, so dass die Auswahl sehr schwer fiel. āIch weiĆ gar nicht welche Torte ich nehmen soll. Nehme ich Apfelweintorte oder Stachelbeer Baiser? Oder beide?ā meinte Gisela. Kaffee trinken, Kuchen essen und Klƶnen, das ist das Wichtigste, für unsere Ƥlteren Mitglieder, die nicht mehr am Sportbetrieb teilnehmen kƶnnen. Siegfried und Karl, beide 92 Jahre alt, freuten sich besonders.
Ein buntes Programm folgte. ZunƤchst gab Hella einige Anmerkungen zur Entdeckung der Kohle an der Ruhr und zur weiteren Entwicklung mit der industriellen Nutzung. Eisen, Stahl, Dampfmaschine und Eisenbahn galten als Hauptstützen im Zusammenhang mit der Kohlefƶrderung. 600 000 Bergleute arbeiten in Hochzeiten in den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter Tage. Heute ist alles anders. Grau ist nicht mehr. Die Flƶze lagen mit 1000 m zu tief, die Sicherheitsbestimmungen waren zu hoch, und 2018 liefen die staatlichen Subventionen aus. Die Kohlefƶrderung war teurer als anderswo. So war Ende des letzten Jahres āSchicht im Schachtā in der letzten aktiven Zeche Prosper Haniel in Bottrop. An dieser Stelle sangen wir alle, manche auch etwas wehmütig das Steigerlied āGlück Aufā.
Ebenfalls ā Glück Aufā in der heutigen Millionenmetropole Ruhr, die multikulturell geprƤgt ist, denn der Zuzug der benƶtigten Bergleute und Industriearbeiter hat ein buntes Vƶlkergemisch geschaffen. Das schlƤgt sich auch in unserer Ruhrgebietssprache nieder. Hier einige Beispiele. Jeder kennt folgende Begriffe, Redewendungen und SƤtze: āKumpel, malochen, hasse ma, gimma, et war am rechnen, zeich mich ma dat Buch da, dat iss doch Ćrwin sein Rucksack, dat Ćmaken isst so gerne Bütterkesā.
Ćber einen sich anschlieĆenden Vortrag von Kochs Kumpel Anton, den Gitte und Uta gekonnt in Ruhrgebietsslang vortrugen, freuten sich alle. Kannten sie doch den Kumpel Anton aus der WAZ, die sie vor ca. 3o Jahren gelesen haben. Auch āPaulinchen war allein zu Hausā aus dem Struwelpeter, von Hella unter der Ćberschrift āFimpel Paulaā in reinem Ruhrgebietsdeutsch vorgelesen, brachte LƤcheln und Schmunzeln in die Gesichter der Anwesenden.
Zu den KlƤngen Henry Valentinos āIm Wagen vor mir fƤhrt ein junges MƤdchenā humpelten Uta und Hella als Senioren, jeder auf einen Rollator gestützt, hintereinander her und spielten den Inhalt des Songs nach. Sie hatten die Lacher auf ihrer Seite.
Nachdem Uta, als gebürtige Plauenerin, den āErlkƶnigā und den āWeiĆen Hirschenā auf SƤchsisch zum Besten gegeben hat, schmetterten alle das Lied vom Holzmichel. Bei dem Refrain āJa, er lebt noch.ā stieg die Stimmung mƤchtig an. Auch Frauke fand mit ihrem Kindergedicht āRadioā groĆen Anklang. Es war in norddeutschem Platt geschrieben und Frauke, aus Neumünster stammend, trug es in Plattdeutsch vor. Nicht alle haben alles verstanden und Frauke musste Nachhilfe geben. Unser Lied āWo die Nordseewellenā schlossen den Bereich über Dialekte ab.
Weitere lustige VortrƤge brachten unsere Senioren immer wieder zum Lachen. Utas āWas ist die Liebe?ā, Gittes Wƶrtchen āNochā und Renates āLebensfilm ā rückwƤrts abgedrehtā sorgten weiterhin für gute Laune.
In der Zwischenzeit hatten sich Christa und Hella für die Darbietung āUncle Satchmo`s Lulabyā verkleidet, Christa als das kleine MƤdchen Giselle, mit groĆem Hut und blonden Zƶpfen und Hella als Uncle Satchmo, im Gesicht schwarz angemalt mit entsprechender Perücke und einer Trompete .Alle im Saal waren von der Darbietung begeistert, sie applaudierten und forderten eine Zugabe.
Klatschen und Lachen ebbten langsam ab und Gitte gab ihre sprachlichen FƤhigkeiten zum Besten. Als Franzose verkleidet, bot sie die Schƶpfungsgeschichte in deutsch-franzƶsischer Mischung dar. Der Applaus war ihr sicher. Unsere SƤnger forderten uns dann zu einem gemeinsamen Singen der Refrains einiger āEuropaliederā auf. Um einige zu nennen: āTulpen aus Amsterdam – Das hab ich in Paris gelernt – Eviva Espana. – Herrliches, herrliches Kopenhagenā.
Hartmut beendete das Programm mit einem GruĆwort, in dem der Seniorennachmittag als fester Bestandteil im Jahresablauf der Veranstaltungen unseres Vereins gilt. Er dankte allen Helferinnen und Helfern und wünschte einen guten Heimweg. Traditionell erklang zum Schluss das gemeinsame Lied āKein schƶner Landā. Beim Singen der letzten Strophe reichten sich alle die HƤnde zum Zeichen des Zusammengehƶrens.
Hella Hinsel
Liebes Helferteam, liebe KuchenbƤckerinnen,
liebe SƤnger, liebe Akteure,
wieder liegt ein gelungener Seniorennachmittag hinter uns. Er hat allen sehr gut gefallen. Ganz viele haben sich am Freitag Abend und an den nachfolgenden Tagen bei mir für den schönen Nachmittag bedankt. Ich freue mich natürlich darüber, gebe aber diesen Dank ganz herzlich an euch weiter, denn er gehört euch.
AuĆer euch und mir weiĆ niemand, was ihr geleistet habt. Inzwischen hat jeder seinen bestimmten Aufgabenbereich. Jeder weiĆ, was er tun muss,
damit der Ablauf auch gelingt. Es ist wie im RƤderwerk. Fehlt ein RƤdchen, funktioniert das ganze Werk nicht.
Es ist schƶn, dass wir uns so prima verstehen, denn in einer guten Gemeinschaft macht die Arbeit doch wohl auch oftmals SpaĆ. WƤre dem nicht so, würdet ihr eure Hilfe nicht anbieten. Ihr würdet nicht tun, was ihr getan habt.
Dafür danke ich euch ganz herzlich.
Eure Hella