Vereinsausflug nach Münster am 18.07.2018
Wie schon in den vergangenen Jahren holte uns der Bus von Grafās Reisen an der evangelischen Kirche an der Raadter StraĆe ab. Da alle Teilnehmer frühzeitig und vollzƤhlig erschienen waren, konnten wir um 8.30 Uhr pünktlich starten.
Kurze Instruktion an die mitfahrenden Herren bezüglich der Toilettenbenutzung, Erinnerung an Anschnallpflicht und schon waren wir auf der Autobahn.
Bei herrlichem Wetter und (man staune) freier Strecke erreichten wir gegen 10 Uhr den Ćgidiusmarkt in Münster, an dem auch etwas spƤter unsere Stadtführungen begannen.
Unsere Stadtführerin von āMünster jovel (gut)ā brachte uns Aspekte der Altstadt auf eine sehr unterhaltsame, einprƤgsame Weise zu Gehƶr, immer darauf bedacht, dass wir uns mƶglichst im Schatten aufhielten. Also alles andere als āschovelā.
So erfuhren wir was es mit dem āJulianchenā auf sich hatte, warum ein kleiner zentraler Platz āDrubbelā heiĆt und was man unter einem āBullenkoppā (6 l Bierkrug) zu verstehen hat. Da durfte natürlich auch nicht die Geschichte fehlen wie Pinkus Müller zu seinem Namen kam. Und als wir nach der Kornprobe āden Lƶffel abgebenā mussten, gab es natürlich eine ErklƤrung zur Herkunft dieser Redewendung. Probieren durften wir auch Pumpernickel, das frühere Alltagsbrot in Westfalen, das sehr unterschiedlich bewertet wurde. Laut Justus Liebig, der sich auch zu dem Thema ƤuĆerte, konnte man an den Hinterlassenschaften entlang der Hecken und Wege die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen ausmachen.
Zum Abschluss gab es dann einen Eindruck von āMasematteā, eine Sprache, die in den Ƥrmeren Vierteln in Münster im 18. und 19. Jahrhundert verbreitet war. Erstaunlich fanden alle wie viele der Begriffe wir sehr wohl erkannten, obwohl sie nicht zu unserem Sprachgebrauch gehƶren.
Am Markt endete unsere mehr als 90 Min währende Stadtführung und wir erkundeten in kleineren Gruppen auf eigene Faust die Stadt. Fast alle hatten ein klares Ziel, von Hunger und Durst diktiert. Und so fanden sich gefühlt 2/3 des Busses irgendwann beim Kiepenkerl wieder.
Um 15 Uhr starteten wir dann Richtung Lüdinghausen zur Wasserburg Vischering.
Einige fanden: āich war schon mal auf einer Burgā und zogen die einladenden Stühle des BurgcafĆ©s einer einstündigen Burgbesichtigung vor.
Die Burg selbst gehƶrt zu den Ƥltesten besterhaltenen Anlagen der Renaissance. Seit dem 16. JH. Ist sie nahezu unverƤndert. Errichtet wurde die Hauptburg auf einem Unterbau aus PfƤhlen in einer von der Stever gespeisten GrƤfte. Umgeben war sie von einer Ringmauer, in die auch die BurggebƤude integriert wurden. Auf einer separaten Insel, die wiederum von WassergrƤben umgeben war, wurden die Wohn- und WirtschaftsgebƤude typischerweise in die Vorburg ausgegliedert. So mussten Feinde zuerst den ƤuĆeren Verteidigungsring überwinden, bevor die Rundburg erstürmt werden konnte. Gesichert war die Burg Vischering durch zwei Zugbrücken, die GrƤfte, SchieĆscharten und WehrgƤnge.
Unser Burgführer machte uns auch deutlich, dass Netzwerke keine moderne Erfindung sind. Bereits früher wurde der Landtag, ein Treffen akzeptabler Adliger, zu intensivem ānetzwerkenā genutzt.
Da keiner von uns seinen āAdelsstammbaumā lückenlos über 4 Generationen belegen konnte, waren wir ādubioseā Besucher und keine āakzeptablenā.
Nach einer kurzen Rast im Café Reitstall mussten wir uns leider wieder auf den Heimweg machen und uns vom schönen Münsterland verabschieden.
Dank der umsichtigen Fahrweise unseres Busfahrers Jürgen und der Aufmerksamkeit seiner begleitenden Ehefrau Sonja kamen wir wieder wohlbehalten gegen 20 Uhr in Haarzopf an.
Doris und Gitte
Fotos von Doris Bavendiek, Renate Kremer und Gitte Nƶtzold









