Fahrt zum Waldweihnachtsmarkt auf dem Landgut Krumme in Velen am 30.11.2018

Pünktlich um 11:30 Uhr starteten wir an gewohnter Stelle mit Graf-Reisen nach Velen. Kurz nach der Abfahrt scholl der Wunsch nach „Piccolöchen“ durch den Bus. Im Kühlschrank war aber nur eine einsame Flasche. Kurze Panik bei Einigen – aber der Busfahrer holte aus dem Außenkühlschrank weitere, trinkbereite Flaschen, so dass schließlich alle ganz entspannt die Fahrt genießen konnten. Gut gelaunt kamen wir am Weihnachtsmarkt an. Hier verstreuten sich die Businsassen recht schnell über das Gelände. Zunächst war es nicht so voll, so dass man in Ruhe die ausgestellten Waren und z.T. exklusiven und originellen Geschenkideen betrachten konnte. Und manch eine/r fand ein passendes Weihnachtsgeschenk. Als es dunkler wurde erstrahlte die Beleuchtung aus tausenden Lichtern und setzte den Weihnachtsmarkt in ein effektvolles Licht. Glühwein und Kartoffelspiralen, Reibekuchen oder Grünkohl sorgten für innere Wärme … aber Kaffee und Kuchen auch! Um 18 Uhr wollten scheinbar 80% der Besucher wieder nach Hause. Am Bustreff standen neun Busse mit laufenden Motoren, so dass wir statt Weihnachtsduft Dieselabgase einatmen mussten. Wir waren froh als unser Bus kam und wir ins Innere flüchten konnten. Ohne Stau kamen wir um kurz vor 20 Uhr wieder wohlbehalten in Haarzopf an. Ein gelungener Tag lag hinter uns, mit einem schönen Einstieg in die Adventszeit.
Gitte, Renate, Doris

Seniorenfahrt nach Solingen – 10.10.2018

Das historische Schleifermuseum „Balkhauser Kotten“ in Solingen war das Ziel unserer Seniorenfahrt. Solingen, weltbekannt als Klingenstadt, liegt in einer wunderschönen Landschaft des Bergischen Landes. Sein Wasserreichtum wurde frühzeitig genutzt und so wurden die Bachtäler und gerade das Tal der Wupper zu den ältesten Industrie- und Gewerbestandorten. Es handelte sich um kleine Werkstätten, meistens Familienbetriebe. So gehörte auch der Balkhauser Schleiferkotten, erstmal 1504 als Betrieb erwähnt, zu den 109 Schleiferkotten, die die Basis für die spätere Industrie bildeten.

Natürlich hatten sich auch in den Bachtälern, vorwiegend um Remscheid, Schmiedewerkstätten angesiedelt. „Schmetten“ und „Kotten“  – Schmieden und Kotten – bildeten das Herz der Klingenindustrie, denn die Schmieden lieferten die Rohteile, die in den Schleifereien geschliffen wurden. Die Schleifsteine kamen  aus der Eifel. Auch dort entwickelte sich eine Zulieferindustrie.

Herr Müller, unser Museumsführer, erklärte die Arbeitsweisen in dem Balkauser Kotten. Er war damals ein Doppelkotten, in dem 70 Schleifer gleichzeitig in zwei Etagen die Rohklingen zu Schwertern, Degen und Säbeln schliffen und polierten. Die Arbeitsbedingungen waren schlecht. Steinstaub brachte viele Todesfälle. Auch die Frauen hatten als sog.“ Lewerfrauen“ – Lieferfrauen- ihren Arbeitsbeitrag zu leisten. Sie trugen die fertigen Klingenerzeugnisse in einem Korb auf dem Kopf aus dem Tal die Berghänge hinauf zu den Abnehmern.

Das Wasser der Wupper wurde durch einen Graben zu dem Schleiferkotten umgeleitet. Es trieb ein riesiges Wasserrad unterschlächtig an, welches seinerseits der Hauptantrieb für alle anderen Schleif- und Poliersteine war. Danach wurde das Wasser durch die Fortführung des Grabens der Wupper wieder zugeführt. Der Kotten stand also auf einer Insel.

Auch wenn das Gedränge in dem kleinen Museum groß war, lauschten wir interessiert den Worten unseres Kottenführers. Er beantwortete alle unsere Fragen mit Herzblut und zeigte anschaulich an alten Fotografien die traditionsreiche Schneideindustrie auf der Grundlage der Wasserkraft, die mit der Erfindung der Dampfmaschine an Bedeutung verlor. Die Werkstätten zogen dann aus den Tälern auf die Höhen.

Selbstverständlich konnten wir den Balkauser Schleiferkotten nicht verlassen, ohne ein „Zöppken“ zu kaufen. Zöppken ist das Balkhauser Kotten Küchenmesser.

Gern wären wir bei dem herrlichen Sonnenschein in der Landschaft im Wuppertal geblieben. Aber der Wagen der rollt.

Die Weiterfahrt hatte Obenrüden zum Ziel, ein Ort im Bergischen Land.  Wer kennt ihn schon? Wo liegt er denn? Am Ende der Welt? Man könnte es meinen. Schmale, steile und kurvenreiche Sträßchen stellten an unseren Busfahrer Roland enorme Anforderungen. Auch wir atmeten auf, als wir im Tal am Restaurant „Am Rüdenstein“ ankamen. Beeindruckt waren wir von der Größe und von der Lage des Familienbetriebes in den sonnenbeschienenen Wupperwiesen. Wir freuten uns auf die Bergische Kaffeetafel, die wir mit allem „Dröm en Dran“ in einem gemütlichen Raum und in behaglicher Atmosphäre genießen durften.

Steifer Reis mit Zimt und Zucker, frische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne, Pflaumenmus mit Quark, ein Brotkorb mit Schwarzbrot, Rosinenstuten und Graubrot, ein großes Wurstbrett mit Leberwurst, Eichsfelder, Schinken und verschiedenen Käsesorten machten uns große Augen.  Natürlich durfte die Dröppelminna nicht fehlen. Auf jedem Tisch zapften wir den leckeren Kaffee selbst. Unermüdlich brachte unsere Bedienung alles bis zum Abwinken. Vollgegessen spazierten wir noch an der Wupper entlang und konnten die herbstliche Berglandschaft genießen. Hier könnten wir noch länger bleiben. Aber Roland startete den Motor und um 14,30 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Haarzopf.

„Eine wunderschöne Veranstaltung! Und das Superwetter! Toll!“ So klang es, als wir uns verabschiedeten. Ich schließe mich den Aussprüchen der Teilnehmer an: “Ein harmonischer Tag mit strahlender Freude ! Leider konnten nur 25 Teilnehmer mitfahren ,das Museum war so klein.“

Text:  Hella Hinsel

Bilder Dieter Ranz und Hella Hinsel